Kampf und Tod

Unübersichtliche Massenkämpfe wird es bei Novum Castrum nicht geben, vermutlich werden an etwaigen Kämpfen eher nur zwei oder zumindest wenige Kontrahenten beteiligt sein. Das macht es einfach, sich vorab kurz über den Ausgang des Kampfes auszutauschen. Stellt fest, wessen Kampfwert der höhere ist und ihr kennt den Sieger des Kampfes. Bei Gleichstand entscheidet das gute alte Schnick-Schnack-Schnuck. Bei Kämpfen gegen eine Überzahl lasst die Vernunft und das Rollenspiel entscheiden – auch wenn es für solche Fälle keine Regel gibt: gegen sechs Bewaffnete, deren einzelne Werte ich jeweils übertreffen würde, werde ich vermutlich dennoch nicht bestehen.

Der Verlauf des Kampfes bleibt euch überlassen in der Erwartung, dass ihr ihn fair und mit viel Freude am Rollenspiel erlebt. Auch wenn die Punkte über die Niederlage an sich entscheiden – was das bedeutet, entscheidet der Unterlegene. Ob ein Schwerverletzter sich am Ende geschlagen vom Kampfplatz hievt, ein Ritter im Zweikampf feierlich die Überlegenheit seines Gegners anerkennt oder der Verlierer schlicht flieht um nicht erschlagen zu werden – als Sieger kannst du erwarten, dass dein Gegenüber die punktemäßige Niederlage ausspielt; wie das geschieht, entscheidest aber nicht du und du hast kein Recht auf eine bestimmte Reaktion oder Szene. 

Der Kampfwert, der bei der Charaktererstellung gepunktet wird, ist entscheidend bei vergleichbarer Ausrüstung, beispielsweise:

  • zwei Gangrel mit Gestaltwandel (die Klauen müssen im Spiel durch entsprechende kampftaugliche Handschuhe dargestellt werden!);
  • zwei Personen mit Waffen (Schwert, Axt etc., hier wird kein Schadenswert unterschieden);
  • eine bewaffnete Person gegen einen mit Klauen bewehrten Gangrel
  • zwei Unbewaffnete in einer Rauferei

Bei Kämpfen mir ungleicher Ausrüstung - ein schwer Bewaffneter gegen einen Unbewaffneten - sei wie üblich auf die Vernunft und schönes Rollenspiel verwiesen. Der Unbewaffnete wird sich in diesem Szenario nicht auf seien vollen Kampfwert berufen können. Der Kampfwert wird aus demselben Pool gepunktet wie die Resistenzen – kurz gesagt: wer alle Punkte in seinen Kampfwert investiert, wird keiner Disziplin etwas entgegen zu setzen haben. Wer sicher gehen will, gegen alle Disziplinen mehrmals gefeit zu sein, wird im Kampf ein dementsprechend trauriges Bild abgeben.

Eine Ausnahme ist der Tod

Grundsätzlich ist das krasseste Ergebnis eines verlorenen Kampfes die Starre des Vampirs, der todesähnliche Zustand aus dem ein Vampir durchaus erweckt werden kann, das Spiel geht also weiter. Es sei denn, du willst einen Charakter bewusst töten. Dazu sei in aller Deutlichkeit gesagt, dass wir als SL OT die Tötung eines Charakters gestatten, immerhin gehört die ständige Furcht um die eigene Existenz zur bedrohlichen Grundstimmung von Vampire und mit einem körperlich überlegenen Todfeind sollte man sich nicht leichtfertig unter vier Augen in einer finsteren Gasse treffen. Dennoch muss jeder, der einen anderen Charakter tötet, sich der Tatsache bewusst sein, dass das IT in höchstem Maße sanktioniert werden kann, bis hin zum Tod des Mörders. Jeder Mord wird in jedem Falle IT Folgen für den Täter haben aus denen er sich vielleicht herauswinden kann oder aber er wird für seine Tat büßen – ob ein Verdunkelter unbemerkt den Mord beobachtet hat, der Leiche Hinweise auf den Täter zu entnehmen sind oder ob das Opfer einem zu Hilfe Eilenden noch letzte Worte zumurmeln kann: Die Ermordung eines anderen Charakters werden wir mit aller Konsequenz als Spielanreiz betrachten und zum Nebenplot machen (aus dem der Mörder vermutlich nicht ruhmreich hervor gehen wird).

Solltest du diesen mahnenden Worten zum Trotze einen Charakter töten wollen, geht das so: Grundsätzlich informiere wenn möglich vorab die SL über deine Absicht. Wenn eure Ermittlung des Kampfergebnisses dich zum Sieger bestimmt, hast du die Möglichkeit, dem Verlierer in spe deine Tötungsabsicht zu erklären. Einziger Ausweg für das Opfer: Es hat Fair Escape gepunktet. Dann darf der unterlegene Spieler, ohne das vorher mitgeteilt zu haben, im letzten Moment seine Flucht ansagen. Wieder entscheidet der unterlegene Spieler, wie der Kampf enden wird – ob er bettelnd und flehend entwaffnet vor die kniet, während du dein Schwert hebst, um ihm den Kopf abzuschlagen, ob die all zu schweren Verletzungen ihn zusammen brechen lassen … der Tod eines Charakters ist die ganz persönliche Szene des Spielers, dessen Charakter stirbt. Du hast als Sieger kein Recht auf eine bestimmte Reaktion, die du dir vielleicht als schöne Mordszene ausgemalt hast. Grundsätzlich gilt für alle an einem Charaktertod Beteiligten: Verhaltet euch vor den anderen Spielern unauffällig! Informiert unverzüglich die SL!

Mein Rat an den Täter

Sei fair und nimm an, was dein Gegenüber spielt. Immerhin ist er derjenige, dessen Charakter gerade drauf geht und dessen Handlungsstränge ein abruptes Ende finden und gleich wie groß man sich Rollenspiel auf die Fahnen schreibt: nicht viele haben Freude daran, spontan den eigenen Charaktertod ausgiebig auszuspielen. Gib ihm Gelegenheit für seine schöne Todesszene, aber finde dich damit ab, wenn der andere Spieler das lieber schnell hinter sich bringen will. 

Mein Rat an das Opfer

Wenn du schon sterben musst, stirb einen guten Tod, von dem du und die anderen Spieler noch lange erzählen werdet. Gut gespielte Niederlagen ernten weit mehr Bewunderung und erfordern mehr gutes Rollenspiel als irgendein Sieg, über den Punkte entschieden haben. Auch wenn du deinen Charakter vielleicht lieb gewonnen hast – das Spiel ist nicht vorbei und du musst nicht den Rest des Wochenendes den Thekenghul verbringen. Wir arbeiten mit dir schnellstmöglich einen neuen Charakter aus, mit dem du wieder einsteigen kannst.